Abdankungshalle

Ankauf - Wettbewerb Abdankungshalle Zentralfriedhof Kreuzlingen


Entwurfsgedanken


An erhöhter Lage in Kreuzlingen am Rande der Bebauungszone liegt der Zentralfriedhof. Das bestehende Gebäude wurde 1998 renoviert, es ist über eine Treppe zu erreichen. Versammlungen können derzeit auf der vorgelagerten, asphaltierten Fläche stattfinden.

Halle
Die neue Abdankungshalle befindet sich südwestlich vom bestehenden Gebäude und ist nur durch eine schmale Schleuse mit dem Betriebsgebäude verbunden. Sie ist als gleichmässiger Kubus konzipiert, mit regelmässiger, vorgehängter Natursteinfassade.
Durch die Stellung der Abdankungshalle zum Betriebsgebäude entsteht ein Vorplatz, der durch die zwei Gebäudelinien und dem bestehenden, markanten Baum klar umrissen wird. Dieser wichtige Platz bildet den Auftakt zum Friedhofsgelände. Von hier aus sind Betriebsgebäude, Abdankungshalle und Friedhof für den Besucher erreichbar und erfassbar. Er bietet Platz für Versammlungen und bildet eine Kommunikationsfläche vor den beiden Gebäuden. Der Vorplatz ist vom Parkplatz durch eine kleine Stufe abgesetzt, die auf der nordöstlichen Seite durch eine Geländeerhebung ausgeglichen wird, so dass Rollstuhlfahrer , Kinderwägen und auch der Sarg ungehindert passieren können.
Der neu geschaffene Ort strahlt Ruhe, Würde und Freundlichkeit aus und bietet die Möglichkeit für jede Art von Abdankungsfeierlichkeiten.

Gebäude
Der Grundriss basiert auf einem Quadrat. Darin wird durch eine Wand und der Stützenreihe ein weiteres Quadrat eingeschrieben, der eigentliche Abdankungsraum.
Die drei hinteren Gebäudeseiten sind karg mit Öffungen versehen, zum Vorplatz ist der Raum nur durch eine vertikal gegliederte Glasfassade abgetrennt.
Die Stützenreihe trennt das Foyer vom eigentlichen Abdankungsraum. Die quadratische Grundform bietet vielen Nutzungen den passenden Raum - Jede Trauergemeinde kann ihr Zeremoniell individuell gestalten, jedem Glauben und jeder Zeremonie kann eine angemessene Raumsituation angeboten werden.
Maximal hat der Raum hat ein Fassungsvermögen von 120 Sitzplätzen.
Die Schleuse zum bestehenden Gebäude kann als Aufbahrungsraum vor der Abdankungszeremonie benutzt werden. Die Trauerfamilie kann den Toten vom Aufbahrungsraum bis in den Abdankungsraum begleiten, sie wird nicht von ihm getrennt.
Eine fast raumhohe Holzwand begrenzt den Abdankungsraum im Osten. Dahinter befinden sich dienenden Räume. Vom Foyer aus ist hinter dieser Wand das Behinderten WC, das auch von aussen bei geschlossener Abdankungshalle zugänglich ist.
Über eine Treppe gelangt man ins OG. Offen einteilbar ist der Platz für Orgel und Technik/Regie. Anschliessend folgt der Vorbereitungsraum für den Geistlichen mit WC und Waschbecken. Tageslicht erhält dieser Raum durch das Fenster zum Foyer.

Materialisierung
Die Aussenfassade besteht aus Naturstein. Die Steine sind mit unterschiedlichen Arbeitstechniken - poliert, matt poliert, gestockt, grob geschliffen, geriffelt – behandelt. So entstehen abhängig von Blickwinkel und Sonnenstand unterschiedlich strukturierte Fassadenbilder. Die Annäherung ans Gebäude wird zum Erlebnis.
Die raumhohe Glas-Eingangsfassade demonstriert Offenheit. Boden, Deckenkonstruktion sowie auch die trennende Wand sind aus Holz bzw mit Holz verkleidet. Dieses Material symbolisiert die Wärme und das Leben, die restlichen Wände sind aus Sichtbeton – diese symbolisieren die Kühle und Stille dieses Ortes.

Licht
Zusätzlich zur Glasfassade sorgen vier mit individuell steuerbaren Sonnenlamellen bestückte Oberlichter für ein helles, regelbares Zentitlicht.
Ein schmales Lichtband im Dach entlang der Westmauer unterstreicht die Materialität der Sichtbetonwand.
3 Fensterschlitze im Südwesten lassen ein seitliches Streiflicht auf Boden und Wände wandern. Dieses Licht kann farbig gestaltet werden, in dem die farbigen Glasläden davorgeklappt werden können.